Kreative Arbeitsumgebung

5 Dinge, die unsere Arbeitsumgebung kreativ machen

Gute Ideen zu haben reicht allein nicht aus, damit das Arbeitsklima insgesamt kreativer wird und echte Innovationen entstehen, mit denen wir die Probleme der Zukunft lösen. Es braucht bestimmte Bedingungen, damit Ideen entstehen und anschließend auch in die Tat umgesetzt werden können.

Die Harvard-Professorin Teresa M. Amabile hat lange Jahre lang untersucht, welche Bedingungen herrschen müssen, damit Menschen von sich aus bei der Arbeit kreativ(er) werden. Teile ihrer Forschungsergebnisse hat sie in fünf Aspekten zusammengefasst:

1. Encouragement/Ermutigung
Damit Menschen sich trauen, neue Ideen zu haben und vor allem auch mit anderen zu teilen, bedarf es einer „ideenfreundlichen“ Grundhaltung im Unternehmen, die von Führungskräften aktiv vorgelebt wird. Woran merkt man, dass neue Ideen positiv bewertet werden und willkommen sind? Ein Anzeichen für eine kreativfreundliche Arbeitsatmosphäre besteht darin, dass Führungskräfte der kreativen Ideenfindungsphase und anschließenden Auswertung genug Raum geben und Ideen auch aufgreifen. Regelmäßiges Feedback und Lob gehören auf jeden Fall auch dazu!

2. Autonomy/Selbständigkeit
Glücklich kann man sich schätzen, wenn Führungskräfte ihren Teammitgliedern größtmögliche Freiheiten geben, wenn es darum geht, Lösungen für anstehende Herausforderungen oder zukunftsfähige Ideen zu entwickeln. Gerade in der kreativen Ideenphase ist es wichtig, dass Mitarbeitende ungehemmt loslegen können ohne den kritischen Blick ihrer Vorgesetzten im Nacken zu spüren oder nach kurzer Zeit die Frage zu hören bekommen, ob sich das auch „rechne“. Eine solche Haltung erstickt Kreativität im Keim und führt zu Unzufriedenheit unter den KollegInnen. 

3. Resources/Ressourcen
Ähnlich wie beim Aspekt der Ermutigung braucht es genügend Ausstattung, Zeit und Raum, damit Kreativität sich entfalten kann. Ressourcen heißt auch, dass etwa spezielle Räume für Brainstorming-Sessions verwendet werden können, kreative Materialien vorhanden sind oder bestimmte Phasen im Kalender für kreatives Arbeiten reserviert werden. Aber auch Weiterbildungen gehören zu diesem Aspekt, denn in ihnen können Mitarbeitende neue Kreativtechniken kenne lernen und anschließend im eigenen Unternehmen praktisch umsetzen.

4. Challenges/Herausforderungen
Wer sich jahrelang unterfordert fühlt und nur Dienst nach Vorschrift machen darf, bei dem versiegen irgendwann die Ideen – besonders dann, wenn sie subjektiv als nicht erwünscht empfunden werden. Wer jedoch mit am Erreichen von gemeinsam entwickelten Zielen arbeiten darf, der erlebt sich als selbstwirksam und die Motivation und das Engagement steigen praktisch automatisch. Wichtig hierbei ist, dass solche Ziele nicht „von oben“ einfach mitgeteilt werden, sondern dass möglichst alle an der Entwicklung von Zielen und Wegen dorthin persönlich beteiligt sind.

5. No impediments/Barrierefreiheit
Unter Barrierefreiheit versteht Amabile in diesem Fall alles, was einer aktiv praktizierten Kreativkultur entgegensteht, also zum Beispiel zu starke Kontrolle „von oben“, negative Bewertung Mitarbeitenden, die Ideen äußern oder allzu hierarchische Strukturen. Menschen trauen sich oft nicht, ihre Ideen in großer Runde einzubringen, wenn Führungskräfte mit anwesend sind, vor denen man sich nicht blamieren möchte.

Der vielleicht wichtigste Erfolgsfaktor für Kreativität am Arbeitsplatz: Führungskräfte. Nur wenn an der Spitze eines Unternehmens Kreativität wirklich gewünscht ist und gefördert wird, kann das an der Basis entstehen, was wir für unsere Zukunft brauchen – neue Ideen und echte Innovation.

Quelle: Amabile, Teresa M. et al (1996): Assessing the Work Environment for Creativity, Academy of Management Journal, Band 39/5, S. 1154-1184.

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