Daniela Clément

Journalseiten: Daniela Clément

Daniela Clément, 42 Jahre
Texterin und Autorin

Was ist für Sie Kreativität?

Für mich ist das immer ein „Original“, oft auch in Kombination mit etwas Witz. Kreativität heißt für mich Ideen haben, gewollt oder ungewollt, zielführend auf eine Aufgabe hin, aber auch schwer zu handhaben und auf den ersten Blick weniger zielführend.

Ist Kreativität eigentlich angeboren oder ist sie eine Haltung, die man trainieren kann?

Ich glaube, dass jeder Mensch kreativ auf die Welt kommt. Später entscheidet sich dann, ob man in Richtung „mehr“ oder „weniger“ kreativ sozialisiert wird. Aber auch Menschen in eher kreativ-ferneren Berufen können abends Jazz-Musik machen und so ihre kreative Seite ausleben!

Wofür brauchen Sie in Ihrem Beruf Kreativität?

Ich brauche sie, um mir neue Themen zu überlegen, aber auch für Wortwitz und griffige Überschriften.

Wie beurteilen Sie den Stellenwert von Kreativität in der Zukunft? Sowohl in Ihrer Branche als auch für die Gesellschaft?

Ehrlich gesagt ist für mich der Stellenwert extrem hoch. Das wollte ich vor ein paar Jahren noch nicht glauben, aber die Künstliche Intelligenz [KI] ist mittlerweile erstaunlich gut, auch im Texte schreiben. Kreativität ist das, was uns Menschen den Job erhalten wird, denn das kann KI nicht.

Wie kann man Ihrer Meinung nach Kreativität fördern?

Wenn man Untersuchungen glaubt, kann man Kreativität nicht erzwingen. Entspannen Sie sich und tun Sie etwas, was nichts mit der Aufgabe zu tun hat! JK Rowling ist zum Beispiel die gesamte Handlung zu Harry Potter eingefallen, als sie im Zug saß und aus dem Fenster sah.

Wann und wie kommen Ihnen die besten Ideen?

Ich schreibe mir immer erst einmal handschriftlich die genaue Aufgabe auf und notiere mir dazu Fragen, die mir kommen. Danach mache ich immer erst einmal etwas anderes, z.B. einen anderen Text überarbeiten, um mich zu entspannen. Ich mache das, damit sich die Aufgabenstellung erst einmal setzt bei mir und der Kopf frei wird für neue Ideen, die dann spontan kommen.

Welche Unterschiede sehen Sie zwischen dem Schreiben mit der Hand und dem Schreiben am PC?

Am Computer entwickele ich keine Ideen! Ist vielleicht Einbildung, aber Ideen müssen ganz direkt etwas mit einem zu tun haben, der PC ist da ein viel größerer Fremdkörper als ein leeres Blatt Papier und ein Stift.

Was ist Ihr Lieblingsplatz, um kreativ zu sein?

Das ist mir eigentlich nicht so wichtig. Wenn ich es mir aussuchen könnte, wäre ich gerne häufiger im Grünen oder im Garten. Und gerne allein, wenn ich Ideen entwickele. Tatsächlich ist mein Arbeitgeber sehr liberal, ich kann im Homeoffice arbeiten und da habe ich dann einen Garten. Aber ein Firmengarten wäre schon toll, ich arbeite sonst im Großraumbüro und habe da oft Kopfhörer auf.

Irgendwelche Tipps?

Ganz wichtig finde ich, keine Zensurschere im Kopf zu haben! Erst einmal wirklich alles aufschreiben, was einem in den Sinn kommt, auch Unsinniges und Blödsinn. Mittlerweile habe ich auch gelernt, das erst einmal wirklich nur in meinem leeren Schreibjournal zu tun und nicht laut im Meeting zu sagen.

Wofür verwenden Sie Ihr Schreibjournal?

Ich benutze mein Journal vor allem zum Entwickeln von Ideen für mein nächstes Buch, zum Rumspinnen und ganz aktuell auch, um Ideen zu finden für Artikel, die sich nur schwer bebildern lassen. 

Gibt es Dinge oder Personen, die sie inspirieren?

Ich lese sehr gern Sachbücher über Menschen, die etwas zum ersten Mal gemacht haben oder eine unpopuläre Idee bekannt gemacht haben, also zum Beispiel Bücher über Diane Fossey, die als erste Gorillas gründlich erforscht hat und sich für deren Schutz einsetzt oder über Ben Goldacre, der sich für wissenschaftliches Denken stark macht. Alles Menschen, die ihre Gaben für etwas Kluges und Visionäres einsetzen.

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