Freewriting

Kreativmethode Freewriting

Kennen Sie das Gefühl, wenn Sie eine Aufgabe angehen wollen und erst einmal auf einen leeren Bildschirm starren? Viele lähmt das Gefühl, nicht zu wissen, wie man eigentlich anfangen soll. Die Suche nach dem „perfekten“ Einstieg, nach dem einen brillanten Gedanken oder dem makellosen ersten Satz führt oft dazu, dass erst einmal gar nichts passiert und man wertvolle Zeit mit Grübeln und Angst verschwendet, etwas Falsches zu tun. Das muss aber nicht so sein. Anstatt seine Energie und Zeit mit dem Warten auf die perfekte Formuliereng zu verbringen, hilft es, das Medium zu wechseln und sich vom Druck zu befreien, auf Anhieb druckreif zu formulieren. Also weg vom Bildschirm, hin zu einem leeren Blatt Papier und einem Stift. 

Die Methode des Freewritings wurde in den 1970er-Jahren von einem Schreibforscher in den USA entwickelt, der sich wiederum von der Technik der „ècriture automatique“, also dem automatischen Schreiben, inspirieren ließ. Die Spielregeln bei der Methode sind einfach, aber effektiv:

  • Schreiben Sie sich eine Leitfrage auf ein leeres Blatt, z.B. „Was gibt es zum Thema X zu sagen?“ oder „Welche Aspekte sind bei Y am wichtigsten?“
  • Stellen Sie sich einen Timer auf 5-7 Minuten ein und starten Sie ihn
  • Fangen Sie an zu schreiben. Wichtig hierbei: Zensieren Sie Ihre Gedanken nicht! Sie dürfen abschweifen, Unsinniges aufschreiben und am Ende ganz woanders landen.
  • Die einzige Regel beim Freewriting lautet: Die Schreibhand muss immer in Bewegung bleiben! Wenn Ihnen gerade nichts einfällt, wiederholen Sie das letzte Wort oder malen Sie so lange kleine „L“-Kringel, bis Ihnen der nächste Gedanke kommt.

Sie werden sehen, dass Ihnen die offensichtlichsten Gedanken am Anfang kommen und dass Sie am Ende bei Ideen landen, die Sie wirklich weiterbringen werden. 

Je häufiger Sie Freewritings machen, desto besser wird sich Ihr Gehirn an diese Methode gewöhnen. Das kann durchaus ein paar Wochen dauern – wie bei allen neuen Techniken, die man im Erwachsenenalter ausprobiert. 

Erfahrungsgemäß ist diese Kreativmethode besonders hilfreich, wenn Sie morgens Ihre (Denk-)Arbeit beginnen oder nach einer Mittagspause zurück an Ihren Arbeitsplatz kehren. Aber auch wenn Sie zwischendurch steckenbleiben und nicht weiterwissen, löst ein Freewriting hartnäckige Denkblockaden und hilft Ihnen dabei, sich ohne Anspruch auf Perfektionen einem Text oder einer Idee zu nähern. 

Wenn Sie die Methode häufiger anwenden, legen Sie sich am besten ein leeres Journal zu, in das Sie alle Ihre Freewritings notieren und praktisch an einem Platz haben. Sie werden über die Zeit einen wahren Schatz an guten Ideen ansammeln, auf den Sie immer wieder zurückgreifen können. 

Hinweis: Sollten Sie übrigens während der 5 bis 7 Minuten in eine Art Schreibrausch verfallen, dürfen Sie natürlich auch längere Zeit schreiben – das passiert tatsächlich gar nicht selten. Das Gefühl, dass auf einmal die Ideen nur so sprudeln, bezeichnet man in der Schreibforschung auch als „flow“. 

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