Lego Serious Play

Unsichtbares sichtbar machen –
Mit Lego Serious Play®

Stellen Sie sich vor, bei Ihnen in der Firma sollen Arbeitsabläufe neu gedacht, Hierarchien aufgebrochen oder gute Ideen für zukünftige Projekte entwickelt werden. Wie geht man dabei am besten vor? Externe Coaches einzuladen, die im stillen Kämmerlein nur mit den Führungskräften die Köpfe zusammenstecken? Kann funktionieren, vergisst aber, auch die „Basis“ mit einzubeziehen, die die anstehenden Änderungen nicht nur praktisch umsetzen soll, sondern wahrscheinlich auch eine Menge ausgezeichneter Ideen beitragen und diesen Prozess aktiv mitgestalten kann.

Seit einiger Zeit wird in vielen Unternehmen deswegen eine Methode eingesetzt, die auf den ersten Blick erst einmal nichts mit der „erwachsenen“ Geschäftswelt zu tun zu haben scheint: Mit buntem Kinderspielzeug kreativ an neuen Ideen und Lösungen für die firmeninternen Herausforderungen arbeiten – kann das gehen?

Ein Vorteil von Lego Serious Play® liegt darin, dass bei der Team-Methode die Hände beschäftigt sind und der Mund erst einmal pausiert. Mit Hilfe der Figuren und Bausteine können so Dinge sichtbar gemacht werden, die sonst nicht so leicht an die Oberfläche gelangen, weil sie entweder schwierig zu erklären sind oder es in der Gruppe vielleicht unangenehm wäre, sie offen anzusprechen. Begonnen wird meist mit einer „Aufwärmübung“, bei der man zum Beispiel einen Turm baut. Ganz ohne feste Vorgaben und ohne richtig und falsch. Einzige „Regel“ bei dieser Methode: Die Spiel- und Baufläche wird leer geräumt, keine Smartphones oder Tablets in Griffnähe und keine Getränke oder essbare Dinge, die stören könnten. Wenn man diese erste Aufgabe gemeistert hat, bittet die moderierende Person die Anwesenden, den Turm so zu modifizieren, dass er eine der eigenen Stärken versinnbildlicht. Für diesen Umbau gibt es einige Minuten Zeit, danach heißt es, seiner Nebenfrau oder dem Nebenmann zu erklären, was genau das eigene kleine Kunstwerk bedeutet. Wichtig für die zuhörende Person: Man hört nur zu und bewertet bzw. kommentiert das Gehörte nicht. Während man seine Lego-Figur der anderen Person erklärt, hält man sie die ganze Zeit über in der Hand – so fällt das Erklären leichter und man kann sofort zeigen, was man sich bei der Übung gedacht hat.

Nach diesen Anfangsaufgaben gilt es, zum Kern des Anlasses überzugehen, also auszuloten, welche Antworten auf wichtige Fragen und Ideen zu neuen Herangehensweisen man entwickelt. Gute Fragen und Anlässe wären etwa: Wie sind wir zur Zeit aufgestellt und was machen unsere Mitbewerber? Wie verhält es sich bei uns mit Teamarbeit und wie erleben wir Führung? Was wünschen wir uns für die Zukunft? Ausgehend von diesen noch immer recht weit gefassten Fragen sollte der oder die Workshopleiter*in eine konkrete Arbeitsaufgabe formulieren, die sich gut mit den vorhandenen Bausteinen umsetzen lässt. Jede Person sollte hierfür genug Bausteine und ausreichend Platz zur Verfügung haben. 

Die Erklärungen und Interpretationen sind das Wichtigste, die Figuren sind nicht selbsterklärend. Fotoprotokolle und Notizen sind deswegen sehr wichtig. Gerade wenn es darum geht, konkrete nächste Schritte aus den Erkenntnissen der Lego-Session abzuleiten, ist es wichtig, die kreierten kleinen oder größeren Bauwerke genau zu beschreiben.  

Was sagt der Profi dazu?

Sandra Schönborn, Haufe Akademie

Wir haben Sandra Schönborn, Senior Consultant bei der Haufe Akademie,  zu der Methode befragt:  

„Mit Lego Serious Play® lässt sich ein Stück weit die Lernkultur in einem Unternehmen verändern. Man kann kreativer sein und gemeinsam im Team an der Entwicklung neuer Strategien arbeiten, das finde ich daran besonders reizvoll. Wir nutzen die Methode tatsächlich auch bei uns, in unserem eigenen Unternehmen, deswegen ist sie mir mittlerweile sehr gut vertraut. Ich erkenne auch nach einiger Zeit noch die Ergebnisse aus unseren Workshops mit verschiedenen Unternehmen und erinnere mich an viele besondere Aha-Momente. Was ich an der Lego-Methode gut finde, ist dass zunächst eher nüchtern und trocken wirkende Fragen und Aufgaben „emotioniert“ und persönlich begreifbar gemacht werden, ganz im wörtlichen Sinn – das erhöht den Reiz und die Bereitschaft, gemeinsam mit anderen an den Antworten und Lösungen zu arbeiten. Dass man mit Hilfe dieser Methode auch kritische oder heikle Themen in Teams angehen kann, ist ein weiterer Vorteil, wie ich finde. Am Ende ist es auf jeden Fall ratsam, den Schritt zu konkreten Folgen und Maßnahmen zu gehen: Was folgt jetzt für uns aus dieser Session, was haben wir gelernt und was nehmen wir konkret mit? Diese Reflexion am Ende sollte man auf jeden Fall machen und auch gut protokollieren. Nach einiger Zeit sollte man dann wieder gemeinsam auf dieses Protokoll schauen, am besten mit der Teamleitung zusammen. Was hat sich getan seit dem Workshop? Der Aufwand bei Lego Serious Play® ist immer noch relativ überschaubar, aber die Ergebnisse können wirklich überraschend ergiebig und nachhaltig sein.“

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