Rike Drust

Journalseiten: Rike Drust

Rike Drust, 43 Jahre
Autorin

Was ist für Sie Kreativität?

Das ist ein innerer Antrieb: Denken und Ideen haben, Malen und Quatsch machen. Kreativität ist nicht kontrollierbar, ich habe immer irgendetwas im Kopf und bin fröhlich, wenn ich das umsetzen kann.

Ist Kreativität eigentlich angeboren oder ist sie eine Haltung, die man trainieren kann?

Manche sind eher praktisch-kreativ, andere sind gut darin, Dinge zu bewerten, in Kontexte einzuordnen, Verbindungen zu schaffen – ich bin eher der Typ „einfach mal machen“. Man kann aber in jedem Bereich kreativ sein.

Wofür brauchen Sie in Ihrem Beruf Kreativität?

Am Liebsten für alles. Auch beim Texte schreiben, da gebe ich mir auch bei nicht-künstlerischen Texten Mühe, dass sie schön klingen und überraschen. Wenn ich gar nicht kreativ sein kann, fehlt mir definitiv etwas. Aber die Abwechslung zwischen kreativen und weniger kreativen Aufgaben ist auch gut!

Wie beurteilen Sie den Stellenwert von Kreativität in der Zukunft? Sowohl in Ihrer Branche als auch für die Gesellschaft?

Ich glaube, Kreativität wird immer wichtiger. Mittel- und längerfristig können wir das nicht durch Künstliche Intelligenzersetzen. Richtig tolle Sachen ausdenken können nur wir Menschen uns. Schöne, verrückte Dinge.

Wie kann man Ihrer Meinung nach Kreativität fördern?

Mit einer Mischung aus Langeweile und Neugier. Ich brauche ganz viel Leerlauf, damit mir etwas einfällt. Das sieht bei mir immer nicht so aus, als ob ich aktiv etwas tue. Daneben bin ich gerne neugierig und schaue mir neue Sachen an, das macht mich fröhlich. 

Wann und wie kommen Ihnen die besten Ideen?

Immer, überall und egal wann. Ich kann nie aufhören zu denken, was Fluch und Segen zugleich ist. Die Idee für ein Kinderbuch hatte ich zum Beispiel im Winter, bei einem Spaziergang mit meinen Kindern. Wir machten Urlaub in Bayern und irgendwie war es gar nicht so schön. Da sagte meine Tochter beim Spazierengehen im Schnee: „Komm, wir machen jetzt ein Picknick.“ Wir haben alsoim verschneiten Wald „gepicknickt“, hatten aber nichts zu essen dabei und sie wollte eine Geschichte hören. Ich hab mir schnell eine ausgedacht und gemerkt: Hui, die ist ja gut. Jetzt wird ein Buch daraus.

Welche Unterschiede sehen Sie zwischen dem Schreiben mit der Hand und dem Schreiben am PC?

Mit der Hand zu schreiben dauert länger als mit dem PC, dadurch habe ich mehr Denkzeit. Ideen entwickele ich deswegen immer mit der Hand, berufliche Texte schreibe ich meist gleich am Computer.

Was ist Ihr Lieblingsplatz, um kreativ zu sein?

Ich hätte gerne einen, aber wir haben zu Hause keinen Platz dafür. Hier sitze ich an einem Ausklappschreibtisch. Mein Lieblingsplatz wäre ein Büro, in dem ich meine Sachen auch mal liegen lassen kann und Raum zum Handarbeiten und Handwerken hätte. Mein Traum ist ein großer Materialschrank und ein Riesenarbeitstisch.

Irgendwelche Tipps?

YouTube-Videos tatsächlich. Ich hole mir da immer Inspiration und viele Tipps. Ansonsten den ganzen Zeitfresserquatschvermeiden, ich habe zum Beispiel vorm letzten Urlaub meine Social Media-Apps vom Handy gelöscht und bis jetzt nur die reaktiviert, die ich beruflich brauche. Und einfach mal das Gegenteil denken vom Normalen, das mache ich auch immer gerne.

Wofür verwenden Sie Ihr Schreibjournal?

Zum Beispiel dafür, um mir Gedanken zu „Digital Detox“ zu machen, also dazu, wie ich weniger online unterwegs bin, sondern mehr „Echtes“ produziere. In meinem Journal bin ich ganz bei mir, die Meinungen anderer kann man mal ausblenden und stattdessen für sich reflektieren. So ist man total fokussiert. Außerdem zeichne ich gerne in meinem Journal, ich habe gerade das Handlettering für mich entdeckt, mit dem ich zum Beispiel Sätze schön gestalte, die meine Kinder gesagt haben.

Gibt es Dinge oder Personen, die sie inspirieren?

Sachen, die mit Illustrationen zu tun haben, finde ich inspirierend, obwohl ich selbst meistens eher schreibe und nicht zeichne. Bilder funktionieren oft schneller, um zu sehen, auf welche unterschiedlichen Arten man Dinge tun kann. Ich mag deswegen auch den Hashtag #DoItInYourStyle, bei dem man auf Instagram sehen kann, wie unterschiedlich Menschen eine kreative Aufgabe lösen. Wenn es ums Schreiben geht, finde ich Frauen aus der Comedy-Szene total inspirierend, Amy Poehler zum Beispiel oder Hannah Gadsby.

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